So, wo fange ich an … wo hab ich denn aufgehört? Von Tasmanien hab ich euch berichtet – ein Monat ist seit dem vergangen. Wahnsinn. Und von Melbourne hab ich nur kurz geschrieben, na dann mach ich doch dort mal weiter … :
Also nach Melbourne muss ich unbedingt noch mal zurück. Eine tolle Stadt. Leider hat es sehr viel geregnet in der Zeit in der ich da war, so dass ich meine Zeit vorwiegend mit Indoor-Aktivitäten verbracht habe und nun jedes Museum in der Stadt kenne
Aber das Flair hat mich fasziniert und ich habe verschiedene Tango Events besuchen können und tolle Leute kennengelernt. Da ich ja für den 21.Dezember mein Zugticket ab Adelaide für den Indian Pacific in der Tasche hatte um nach Perth zu reisen und dort Weihnachten zu verbringen, musste ich nun irgendwie von Melbourne nach Adelaide gelangen. Also habe ich im Backpacker – Hostel einen Zettel aufgehängt um Leute zu suchen, die Lust auf eine gemeinsame Tour entlang der Great Ocean Road hatten. Und siehe da, es fand sich eine nette kleine Truppe an Leuten zusammen mit der ich dann 4 Tage lang die Küstenlinie und den Grampians National Park abgegrast habe. Eine sehr lustige Tour auf der ich neue deutsche (!!!) Vokabeln gelernt habe. Ich weiß nämlich jetzt z.B. was “matten” (als Verb) heißt und kenne unter Anderem den Unterschied zwischen “schnicken” und “schninkeln”
Wir bekamen in Melbourne einen super schicken roten Flitzer von der Autovermietung und fuhren am ersten Tag nach dem Verlassen des Princess Highways hinter Geelong auf der Great Ocean Road entlang wunderschöner Küstenlandschaften, Wasserfällen und Bäumen voller Koalas bis zur Apollo Bay. Dort fanden wir einen Schlafplatz im kleinen Surfside Backpackers mit Blick aufs Meer. Weiter gings am nächsten Tag ein Stück von der Küste entfernt in den Otway Regenwald, in dem wir auf Metallbrücken in 30 Metern Höhe zwischen den Wipfeln der alten Bäume herumlaufen konnten und die Regenwaldlandschaft von oben betrachteten. Und wie es sich für einen “Regen”wald gehörte, regnete es
Aber auf der Weiterfahrt zu den berühmten 12 Aposteln klarte der Himmel auf und schenkte uns Sonne, die die bizarren Steinformationen im Meer in ein wunderschönes Abendlicht tauchten. Die zweite Nacht verbrachten wir in Port Campbell, auch in einem kleinen Hostel am Meer. Von dort aus ging es am nächsten Tag weiter gen Warnambool, um dann gen Inland zum Grampians Nationalpark zu gelangen. Die Grampians hatten ein sehr eigenes interessantes Erscheinungsbild, da es 2006 dort einen verheerendes Feuer gab, was im Grunde genommen den gesamten Park vernichtete. Nun kommen überall aus den verkohlten Baumstämmen wieder grüne Triebe hervor und es haben sich bereits eine Menge neuer Pflanzen angesiedelt. Und die Kangaroos fühlen sich hier im Nationalpark besonders wohl. Wir haben sogar verschiedene Arten gesehen.
Next Stop war Adelaide, die Hauptstadt des Bundesstaates South Australia. Ich hab mir ein Fahrrad gemietet und die Stadt per bike erkundet. Eine spanische Freundin, die ich in Melbourne getroffen hatte und die während unserer Great Ocean Road Tour auf Tasmanien war, habe ich in Adelaide wiedergetroffen. Ja und Salsa tanzen kann man sehr gut in Adelaide habe ich festgestellt. Aber das Verrückteste, dass mich dort total irritiert hat war die Tatsache, dass es eine 30-minütige Zeitverschiebung gab. Das habe ich nicht gewusst, dass es soetwas überhaupt gibt und gewöhnen konnte ich mich daran gar nicht. Ist es also in Melbourne 15h00 so ist es in Adelaide 14h30. Sehr gewöhungsbedürftig. Wie auch immer. Die Sonne brannte, es war heiß und ich bin inzwischen braun wie lange nicht mehr …
Die Reise ging spannend weiter gen Westen mit einer 2 tägigen Zugfahrt mit dem Indian Pacific. Wenn ihr die Chance mal haben solltet – unbedingt machen! Das war eine fantastische Fahrt durch das outback. Viel Schreiben brauch ich dazu glaube ich nicht, die Bilder sprechen für sich denke ich

Es gab nach 1 1/2 Tagen einen interessanten Zwischenstop mit ca. 3 stündigem Aufenthalt in der Goldgräberstadt Kalgoorlie, die wir uns dann per Führung angesehen haben. In Kalgoorlie gibt es die größte Goldmiene mit 700 m Tiefe und 3 km Länge der Grube. Der sogenannte Super Pit.
Am 23.12. dann Ankunft in Perth und Verabschiedung von den Mitreisenden, mit denen man 2 Tage lang den Waggon, die Duschen und den Speisewagen geteilt, erzählt, gelacht und Karten gespielt hatte. Eine tolle Fahrt.
In Perth weihnachtete es mal wieder ordentlich und für mich völlig ungewöhnlich bei sonnigen 30 Grad. Straßenschmuck in Form von riesigen Engeln und wirrer Beleuchtung … Nun gut. Thomas und ich fuhren mit der Fähre den Swan River entlang nach Fremantle und machten uns einen schönen Weihnachtstag unter anderem – auch wenn es seltsam klingen mag – mit einer Führung durchs bekannte Fremantle Prison, einem Besuch in einer Galerie mit Aboriginal Art, einem guten Essen im Fischrestautant und einem schönen Sonnenuntergang am Meer. Der 24. selbst ist ja hier gar nicht das Highlight sondern der 25. Es wurde also sozusagen “reingefeiert” und die Leute fielen sich in der Bar in der wir dann noch gelandet waren, um Mitternacht um den Hals, als wenn schon Neujahr sei … andere Länder, andere Sitten

Den ersten Weihnachtsfeiertag verbrachten wir vorwiegend im Kings Park, einer wunderschönen und sehr großen Parkanlage mit fast Botanischem Garten Flair und einer Menge Wanderwege. Bei einer Flasche Rotwein mit Blick auf die Stadt und den Swan River lässt sich da der Nachmittag schon genießen …
Am 26. gings dann “on the Road again with Thomas” für 9 Tage. Erstes Ziel war der Nambung National Park mit der bizarren Stein- und Sandlandschaft der Pinnacles in der Nähe von Cervantes.

Unterwegs machen wir halt an einem Windpark – der erste Park dieser Größe den ich hier in Australien sehe. Liebe Arbeitskollegen, für euch hier anbei ein schönes Bild:

Weiter gings am 2.Tag nach Bunbury, einem kleinen Küstenstädtchen mit Leuchtturm und schönem Naturstrand mit Lavagestein. Am nächsten Tag hatten wir das Glück Delfine im Wasser sehen zu können. Durch die Mangroven ging ein schöner “Bushwalk” den wir über Holzstege erwanderten und im nahegelegenen Wildlife Park wurden dann Kakadoos von uns gefüttert und weiter gings die Küste entlang nach Busselton und Dunsborough.

Von dort aus erkundeten wir am 4.Tag das Cape Naturaliste. Da der Leuchtturm nur gegen eine Menge Bezahlung zu sehen ist, laufen wir zum Whale Lockout und werden von hunderten von Fliegen fast aufgefressen … Aber der Ausblick lohnt sich. Weiter geht es nach Margaret River mit einem Zwischenstop am Strand von “hippie” Yallingup, wo wir die bis jetzt schönsten Wellen zu sehen bekommen und demensprechend viele Surfer im Wasser darauf warten die “perfekte Welle” abzubekommen. Toll …

Auf der Rückfahrt nach Busselton testen wir Weine und Liquöre in einer Winery und decken uns mit lokalen Rotweinspezialitäten ein. Am Abend dann eine Premiere … Autokino in Busselton, yeah, das kenne ich bis jetzt nur aus dem Fernsehen. Ein echtes Erlebnis. Mit Selbstverpflegung stellen wir unseren kleinen Hyundai mit Blick auf die Leinwand ab, stellen die Tonfrequenz im Radio ein und schauen “Beverly Hills Chihuahua”. Der Film … na ja, aber das Erlebnis an sich – sehr cool
Und auch am nächsten Tag lassen uns die Fliegen nicht in Ruhe. Wir halten es am wunderschönen Strand der Barker Bay keine Stunde aus und fahren die Küste entlang nach Gracetown, Prevelly Beach und machen Halt am Margaret River Mouth, wo die Wellen dann noch mal zum Baden einladen. Dann geht es weg von der Küste ins Inland hinein durch wunderschöne Waldlandschaften mit Picknick-Stop im Wald nach Bridgetown, ein bisschen “in the middle of nowhere”, wo wir uns für 2 Nächte ins “Shambhala Guesthouse” eingebucht haben. Ein wunderschönes Bed & Breakfast etwas außerhalb des kleinen Ortes, von wo aus wir einen superschönen Sonnenuntergang auf der Terrasse genießen. Die Luft ist allerdings verraucht vom Waldbrand in der Nähe.

Am Silvestertag brechen wir nach dem Frühstück auf, um erst Bridgetown zu erkunden und dann ins nördlich gelegene Greenbushes zu fahren, um hier den “Mining Heritage Walk” zu erwandern. Aus den Fliegenattacken der Vortage gelernt, habe ich mir ein Gesichtsfliegennetz besorgt
und genieße es sehr, nun nicht mehr ständig die Fliegen wild wedelnd aus dem Gesicht verscheuchen zu müssen. Wir kommen an alten Zinnschächten und dem Mienen-Lockout vorbei und sind erstaunt von der Menschenleere im Ort, der einst so quirlig gewesen sein muss.

Den Silvesterabend verbringen wir bei gutem Essen in Bridgetown und den Jahreswechsel bei klarem Sternenhimmel, Ruhe und einer Flasche Sekt auf dem Hügel am Guesthouse … Happy New Year 2009
Am Neujahrstag fahren wir nach ausgiebigen Frühstück mit selbstgemachter Marmelade der Gastgeberin weiter nach Walpole mit Stop in Manjimup, wo wir den Heritage Park mit Timber Museum und alten Gebäuden besichtigen. Wir treffen Georg aus Rumänien, der uns von Römern, Schwertern, Pfeilen und der Ungerechtigekit der Welt erzählt … auf der Weiterfahrt erklimmt Thomas den Diamant Tree, der als “Fire Lockout” diente, stolze 65 Meter hoch. Und da kann man raufsteigen, aber wirklich NUR wenn man 100% schwindelfrei ist! Deshalb bin ICH unten geblieben …
Am vorletzten Tag der Reise getraue ich mich dann aber doch in die Bäume auf 40m Höhe des “Tree Top Walks”. Vorher haben wir bereits 1 1/2 Stunden im Kanu verbracht und die Ruhe des Franklin Rivers genossen. Die alten Baumlandschaften sind gigantisch. Bis zu 600 Jahren alt sind die Bäume und haben bestimmt eine Menge zu erzählen. Dann zieht es uns wieder ein wenig an die Küste und wir wollen Baden in der “Peacefull Bay”. Dort dann die erste Begegnung mit einer Schlange, die ins Stranddamenklo geschlängelt ist. Kein Handyempfang, aber die Schlange verkrümelt sich zum Glück von alleine nach ein paar Minuten wieder. Nach Baden und Sonnen am Strand geht es nach Denmark – ja, ihr lest richtig, es gibt hier einen kleinen Ort namens Denmark, in dem wir übernachten und in einer Winery bei live Gesang und Gitarre gut essen und Wein trinken.
Und schon ist der Rückreisetag angebrochen. Es geht nach Mount Barker und Porongurup in den Porongurup National Park zum “Tree on the Rock” und über den Scenic Drive zurück gen Highway, der uns wieder Richtung Perth führt. Dort angekommen checke ich ins “Billabong Backpackers” ein und Thomas verabschiedet sich gen Flughafen, um zurück nach Singapoore zu fliegen. Viel haben wir gesehen und erlebt auf der Reise. Ich brauch jetzt erst mal nen “Faultag”: Ausschlafen, Wäsche waschen, Internet, Telefonieren Webblog aktualisieren …
PS. Und die freudige Nachricht von zu Hause … Marlene ist geboren … juhuu, herzlich Willkommen kleine Marlene !!!!! Ich freu mich riesig dich in ein paar Monaten kennen zu lernen!
Wow, Du bist ja “zwischen den Jahren” weit herumgekommen. Wünsche Dir im Entdeckerjahr 2009 auch weiterhin viel Spaß. Und immer schön neugierig bleiben
Bin selbst von Feb. – Jun. wieder unterwegs und Sommer wie gehabt in Rostock